Hochseeangeln
2005

Trotz meiner großen Probleme bei meinem ersten Hochseeangeln auf dem Kutter im vorigen Jahr, konnte ich es irgendwie gar nicht erwarten, wieder auf die Ostsee raus zu fahren!
Mein Bruder Maik, der letztes Jahr auch mit war, zog es vor, zu Hause zu bleiben, er wollte sich das nicht noch mal antun.... also fuhr ich mit seinem Kollegen und anderen Dresdner bzw. Radebeuler Angelfreunden am Freitag abend Richtung Rostock!
Dort wartete im Stadthafen der Kutter Rilana auf uns.
Da es auf der Autobahn nicht so recht vorwärts ging, waren wir erst gegen 21.30 Uhr angekommen und bezogen unsere Kabinen.
Es wurde noch etwas gegessen und getrunken, dann ging es ab in die Kojen, es sollte ja früh zeitig losgehen, da der Kutter eine ganze Weile braucht, um von seinem Liegeplatz auf die offene See zu kommen.
So richtig schlafen konnte ich nicht, irgendwie war ich wahrscheinlich zu aufgeregt.....
Ich war froh als der Kapitän früh an Bord kam und das Frühstück hinstellte!
Also schnell rein in die Klamotten und auf Deck. Mein erster Blick ging auf Wasser und den noch dunklen Himmel, ich wollte natürlich wissen, ob mir so ein Wetter und so ein Wellengang wie im letzten November erspart bleiben! Und welche Freude, die See war ruhig!
Dann noch schnell gefrühstückt, wobei ich diesmal auf den Kaffee verzichtete, er war letztens das erste, was meinen Mund unfreiwillig in der falschen Richtung verließ, ich wollte halt kein Risiko eingehen. Die Brötchen waren wieder fantastisch frisch und knusprig, wie immer!
Wir waren noch beim Essen, da tuckerte der Kutter auch schon Richtung See und wir machten unser Angelzeug so langsam fertig und suchten uns unsere Angelplätze.
Der Kapitän fuhr mit uns ein ganzes Stück hinaus und suchte auf seinem Echolot nach Fischen, wir versuchten unser Glück an vielen Stellen, aber so richtige Fangerfolge wollten sich nicht so recht einstellen. Das was an Dorschen an den Haken ging war meist untermaßig. Dann gab es schon das zweite Frühstück, wie immer diese leckeren Bratwürste und da sich inzwischen die Sonne blicken ließ, konnten wir uns entspannt auf die Bank setzen und unser Frühstück genießen.

So langsam ging die Zeit auf Mittag zu und bald ertönten auch die drei aufeinanderfolgenden Hupsignale, die uns unmissverständlich sagten, das sich das angeln für heute erledigt hatte.
Jetzt gab es Mittag, wie so oft Erbssuppe, die wir uns in der Mittagssonne schmecken ließen und dann ging es an das Verarbeiten der gefangenen Fische! Aber da es nicht allzu viele waren, war diese Aufgabe recht schnell erledigt, so das sich einige auf der Rückfahrt noch eine Weile ausruhen und hinlegen konnten.

Da auf der Rückfahrt zu sehen war, das der gesamte Hafenbereich gesäumt war mit Anglern, die sich auf Heringe versuchten, besorgten wir uns nach Eintreffen im Hafen einen entsprechenden Angelschein und versuchten auch vom festgemachten Kutter aus unser Glück. Dabei gingen uns auch einige Heringe an die Haken, aber die erwartetet große Masse war es nicht!

Danach ging es frisch gestärkt weiter, ich hätte nie gedacht, daß das ständige Bewegen des Pilkers mit der Zeit so in die Gelenke geht!!
So langsam wurden auch einige maßige Dorsche gefangen, der größte war so um die 70cm, die meisten aber so zwischen 40cm und 60 cm.
Ich hatte das Glück, wenigstens 5 dieser Dorsche an den Haken zu bekommen, wobei die meisten davon erstaunlicherweise auf das vor dem Pilker angebrachte Heringspaternoster bissen. Für die verschiedensten Pilker, die ich so durchprobiert habe, interessierten sich die Fische überhaupt nicht!

Das ist mein Eimer für den “großen Fang” !

Nach einem guten Abendbrot bei Italiener ging es dann wieder ab in die Kojen. Der nächste Morgen lief ab wie der vorherige, nur das es schon früh regnete. Auch während der ganzen Ausfahrt kam die Sonne nicht durch, es war kalt und nass. Nur gut, das ich meinen Thermoanzug mit hatte, der schütze mich sehr gut vor dem Regen und der Kälte. Der Kutter fuhr sehr weit raus, aber auch hier waren keine richtigen Fischschwärme zu finden. Wie wir es über den Funk aus dem Ruderhaus hören konnten, hatten auch alle anderen Kutter das gleiche Problem, es waren halt keine Fische da!!
Die Fische, die gefangen wurden, waren ebenfalls wieder nur zwischen untermaßig und ca.60cm, ich konnte auch nur noch einen 55er Dorsch auf Deck hieven.

Bei dem Weter war es schon angebracht, sich während der Angelpausen unter Deck aufzuhalten und sich zu entspannen.

Dieses feuchtkalte Wetter und die nur gelegentlichen Fangerfolge herrschten leider bis zur Rückfahrt in den Hafen vor! So richtig zufrieden mit den Ergebnissen waren wohl alle nicht.

...und auch heute dauerte es nicht lange und das Signal zum Beenden des Angelns kam! Dann wieder das übliche, Mittagessen (heute mal Linseneintopf), Fische versorgen und abwarten, bis wir den Hafen wieder erreichen.

Je näher wir dem Hafen kamen, um so schöner wurde das Wetter. In Rostock war es so richtig schön und sonnig! Man kann aber eben halt nicht alles haben....
Nun packten wir unseren Kram zusammen, die mitgebrachten Kühlboxen waren diesmal leider nur wenig gefüllt.
Dann machten wir uns wieder auf den Heimweg.
Alles in allem war es, zumindest für mich, ein schöner Ausflug! Jedenfalls hat es mir so gut gefallen, das ich das nächste mal wieder mit dieser duften Truppe mitfahren werde!!